Eine wechselvolle Geschichte

Im Jahr 1874 eröffnete das Hotel Halm seine Pforten. Ferdinand Halm begründet seinerzeit mit  90 Betten eines der größten Hotels am Bodensee. Die Architektur- entworfen von Architekt Holzmann-  ist von Spätklassizismus und Neorenaissance geprägt. Erst 9 Jahre zuvor ist der Konstanzer Bahnhof eingeweiht worden und stellt – im neugothischen Stil erbaut - das neue und repräsentative Einganstor für die ersten Feriengäste der Bodenseemetropole dar.

Die Lage des Hotel Halm ist hervorragend: In Seenähe und direkt gegenüber dem neuen Bahnhof in hochwertigem Umfeld. Die Konstanzer Zeitung schreibt am 21.10 1888:
"und der Fremde wird beim Heraustreten aus dem Bahnhof über das imposante großstädtische Bild, das sich ihm  hier bietet, angenehm überrascht sein.“
Die nördliche Erweiterung des ersten Bauabschnitts kann in den Jahren 1887 / 88 realisiert werden. Der bekannte Stuttgarter Architekt Emil Otto Tafel – zugleich verantwortlich für den Umbau des Dominikaner Klosters zum Inselhotel- richtet hier den „Maurischen Saal“ ein, der zu den herausragenden Hotelinterieurs des 19. Jahrhunderts („Belle Epoque“) am Bodensee zählt. Die Verwendung orientalischer Dekorationsformen ist eine Spielart des Historismus und steht für exotisches Fernweh und kosmopolitisches Bildungsideal von Adel und Bürgertum
des 19. Jahrhunderts. Die größten Wandspiegel aus einem Stück 4,50 m x 2,00 m, die damals in Mitteleuropa verfügbar sind, werden eingebaut.

Die Empfangs- bzw. Treppenhalle und der Maurische Saal stellen bis heute die erhaltenen historischen Elemente im Inneren dar. Trotz der äußerlichen Kontinuität des Gebäudes birgt die Geschichte des „Halm“ Höhen und Tiefen. Als Ferdinand Halm um 1900 stirbt, wird seiner Witwe keine neue Konzession erteilt.  Wenngleich Konzessionen an andere Betreiber nicht belegt sind, scheint der Hotelbetrieb weitergegangen zu sein. Nach wechselhaften Besitzverhältnissen erhält Julius Augenstein 1919 die Genehmigung zum Betrieb der Gastwirtschaft Hotel Halm. Er macht das Hotel mit vielen Festen und Tanzveranstaltungen zu einem Zentrum des gesellschaftlichen und geselligen Lebens der Stadt. Ab und zu dürfte wohl die Geselligkeit etwas zu sehr im Vordergrund gestanden haben, denn eine umfangreiche Akte „Augenstein“ belegt, dass das Hotel häufig Feste mit tanzenden Gästen hatte, ohne dass Augenstein rechtzeitig die Erlaubnis zu Tanzveranstaltungen eingeholt hatte.

Nach seinem Tod 1934 wird der Betrieb zunächst von seiner Frau Frieda dann von seinem Schwiegersohn Otto Senger bis 1959 weitergeführt.  Am 1. November 1959 meldet Otto Senger wegen Geschäftsaufgabe das Gewerbe ab. In der Abmeldung heißt es wörtlich: „Ein Hotelnachfolger zieht nicht auf.“
Und so ist es dann auch. Das ehrwürdige Hotel fristet in den folgenden Jahrzehnten ein trauriges Dasein. Auch äußerlich stark mitgenommen, wird der einstmals gesellschaftliche und gesellige Mittelpunkt der Stadt bald zum Spekulationsobjekt. Die prächtige Fassade verschwindet hinter Bretterzäunen und der Ort früherer Festlichkeiten verfällt zusehends.
Schließlich zeigt sich doch ein Licht am Horizont.

Der Initiative eines privaten Investors ist es schließlich zu verdanken, dass sich das Hotel Halm nach gelungener Renovierung, Erweiterung und Umbau, wieder von seiner besten Seite zeigt. Das äußere Erscheinungsbild erstrahlt in alter Pracht und im Inneren wurde sorgsam renoviert.
Das „Halm“ mit seinen 99 Zimmer davon 8 Suiten mit allem Komfort und seinen verschiedenen Veranstaltungsräumen für Tagungen, Konferenzen und Seminaren zählt nun wieder zu den herausragenden Konstanzer Hotels. Im Juli 1994 wird das ehemalige „Hotel Halm“ als „Ramada Hotel Halm“ wiedereröffnet. Manch ein Konstanzer hat wohl aufgeatmet, dass dieses Haus wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt wurde.

Doch Ruhe soll nicht einkehren. In den folgenden Jahren betreiben internationale Hotelketten das Haus und wieder wechseln die Besitzer und Betreiber mehrfach. Nur der Name „Halm“ bleibt stets erhalten.
 
Im April 2011 wird das Traditionshaus erneut verkauft. Diesmal gelangt das „Halm“ in private Konstanzer Hände der Familien Scheidtweiler-Ruppaner, Kohm und Faouzi. Jamal Faouzi, dem langjährigen Hoteldirektor des Hotel Halm liegt als geschäftsführender Gesellschafter die gute und individuelle Entwicklung des Hotel Halm ganz besonders am Herzen. Herzliche Gastlichkeit im guten, alten Sinn soll gepflegt werden. Der traditionsreiche „Maurische Saal“ soll mit kulinarischen Spezialitäten der „maurischen Küche“ und „heimischen Küche“ mehr in den Blickpunkt der Gäste gerückt werden und Firmenkunden und Tagungen sollen für das „Halm“ begeistert werden. Modernisierungen und nicht zuletzt Investitionen im Energiebereich sollen das „Halm“ für die vielen Besucher von Konstanz attraktiv machen.

Möge es gelingen, Tradition und Moderne im Sinne des Gründers Ferdinand Halm mit einander zu verbinden, so dass das „Hotel Halm“ wieder zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt wird.
 

Der Maurische Saal - Zeitgeist des 19. Jahrhunderts

 
Ein prächtiges Stück Architekturgeschichte des 19. Jahrhunderts am Bodensee ist der Maurische Saal. Vollendet wurde dieses Beispiel architektonischen Zeitgeistes im Jahr 1887. Im orientalischen Ambiente des Saales feierte die wohlhabende Konstanzer Bürgerschaft viele Jahrzehnte lang ihre großen Bälle und beging ihre Festlichkeiten. Die planerische Urheberschaft des Festsaales mit der prägenden Spiegelwand wird dem Stuttgarter Architekt Prof. Otto Tafel zugeschrieben. Besonders die drei großen Spiegel - jeder misst stattliche 2 Meter Breite und 4,5 Meter Höhe - werden als prägend für den Saal hervorgehoben. Zu ihrer Zeit waren dies die größten Spiegel in Europa und wurden mit der Eisenbahn aus Russland importiert.
Viele Elemente der klassischen maurischen Architektur hat Prof. Otto Tafel in diesen Saal eingebracht. Die drei großen Spiegel - direkt gegenüber dem Haupteingang - befinden sich in großen von Säulen gestützten Rundbogen. Sie lassen den rund 6 Meter hohen Saal wirklich mächtig erscheinen. An den Seiten und zwischen den Spiegeln sind Nischen mit gold verkleideten, hufeisenförmigen Bogen eingearbeitet. Eine Vielzahl kleiner Fächerbogen bildet den Übergang der Wände zur Decke, an deren Rand ein breites florales Band mit floralen Mustern verläuft.
Die zentralen Sternmotive an der Decke werden durch rote Ornamentbänder gebildet, die stilisierten Rangenornamente (Arabesken) von ihnen eingefasst. Von der Decke hängen zwei 18 – flammige Leuchter, einst sicherlich mit Wachskerzen, heute mit elektrisch flackernden Kerzen bestückt.
Die vorherrschenden Farben sind beige als Hintergrund, rot und blau für die Ornamente. Und natürlich reichlich  echtes Blattgold für die optischen Höhepunkte der Decke.
Getreu dem maurischen Vorbild hielt sich Architekt Tafel die Vorgabe, dass im Inneren orientalischer Bauwerke selbst kleinste Flächen mit den immer wiederkehrenden Ornamenten geschmückt sind. Diese Freude an den Flächen füllenden Mustern hat ihren Ursprung im islamischen Glauben, der -  im Gegensatz zum Christentum -  keine figürlichen Darstellungen seiner Gottheit erlaubt.
Durch die Vielzahl der Ornamente soll der Betrachter von eigenen figürlichen Vorstellungen abgelenkt werden. Nur in einem wesentlichen Punkt weicht Tafel von den maurischen Originalen ab.
Da es sich beim Maurischen Saal nicht um eine religiöse Stätte handelte, verzichtete der Architekt auf die typischen kalligraphischen Elemente, die in Form von Schriftbänder Verse aus dem Koran wiedergeben. Nur über der Eingangstür ist ein solches Stilelement zu finden. Es besteht aus vier Worten, die den Sinn „zur Verehrung des Herrn Abii Abdullah“ ergeben.

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